Erstellt am: 11.11.2009 14:27, Kommentare: 0
FDP im Regionalverband fordert „Jugendhilfe Charta“
Nathalie Zimmer fordert mehr Transparenz bei Jugendhilfeprojekten
Saarbrücken, 16.10.2009 - „Man gewinnt den Eindruck, es gibt sehr viele gute Ansätze, die verzweifelt versuchen, die Mängel der fehlenden Nachmittagsangebote und pädagogischer Betreuung von Kindern und Jugendlichen aufzufangen", stellt die neu im . Jugendhilfeausschuss vertretene Nathalie Zimmer fest. Da sie selbst Mutter dreier Kinder im Alter von 6, 10, und 12 Jahren ist, erklärt sie: „Wir von der FDP fordern seit Jahren die Einrichtung verlässlicher Ganztagsangebote mit pädagogischer Betreuung, weil gerade Kinder aus bildungsfernen oder armutsbelasteten Familien von dieser umfassenden Betreuung profitieren. Viele der Jugendhilfeprojekte könnten im Rahmen von Ganztagsschulen integriert werden bzw. bräuchte man so manches Projekt vielleicht erst gar nicht zu realisieren".
Es stelle sich für sie die zentrale Frage der Transparenz über die unterschiedlichen Jugendhilfe – Projekte, aber auch die Frage der Synergien der freien Träger untereinander, denn nur wenn die Jugendlichen, Kinder und auch die Eltern wissen, dass es Hilfe gibt und wo es diese Hilfe gibt, könnten sie diese auch anfordern.
Die freien Träger der Jugend- und Kinderhilfe leisten für Kinder und ihre Familien, aber auch für die gesamte Gesellschaft eine sehr wertvolle Arbeit auf den unterschiedlichsten Ebenen. Prävention heißt das „Zauberwort“, um Folgekosten durch Erziehungsmaßnahmen zu späteren Zeitpunkten zu vermeiden. So gibt es ambulante Hilfsprojekte des Jugendamtes und des Sozialdienstes, die aufgrund einer gut funktionierenden Präventivkette eine Belassung des Kindes im Haushalt der Eltern (z.B. bei Drogenkonsum) möglich machen.
Wichtig sei hierbei laut Nathalie Zimmer auch eine ausreichende und qualifizierte Personalisierung, denn die Frage der Rückfallebene bei Ausfall eines Gliedes innerhalb der Kette muss hinreichend geklärt werden. Die hohe Verantwortung darf nicht allein an den Mitarbeitern des Sozialdienstes „hängen bleiben“. Ein „Vier-Augen-Prínzip“ oder Hinzuziehung von ärztlichen Stützpunkten könnte den Druck, der auf den Mitarbeitern lastet, sicher verringern.
Um eine optimale Nutzung der Angebote durch die Betroffenen sicherzustellen, sollten die Angebote niedrigschwellig sein. Dazu müsse es aber vor allen Dingen eine Transparenz über die Angebote geben, jedoch nicht nur bei den betroffenen Kindern und Familien, sondern vor allem auch bei Betreuern, wie Schulen oder freiwilligen Ganztagsschulen. Auch die freiwilligen Ganztagsschulen werden oft von freien Trägern, wie der gabb geführt. Hier könnten Synergien und Ergänzungen entstehen, so Zimmer und die Liberalen im Regionalverband.
Jedes 6. Kind im Saarland gilt als „arm“, d.h. viele Kinder werden auch aus Kostengründen nicht in den freiwilligen Ganztagsschulen angemeldet; doch gerade diese Kinder profitieren von einem ganztägigen pädagogischen Angebot einer Ganztagsschule mit einem gesunden Mittagessen. In den Schulen können sich die Lehrer und Betreuer ein Bild von jedem Kind und seinem Lebensumfeld machen und mittels der von uns geforderten Übersichtskarte evtl. passende Angebote für das Kind auswählen, optimalerweise mit einer „Steuerungsstelle im Regionalverband“.
Für Nathalie Zimmer und die Liberalen im Regionalverband steht fest, „die steigende Kinderarmut und auch die steigenden Kosten der Jugendhilfe bestärken uns in unserer langjährigen Kernforderung nach dem Ausbau von kostenlosen Ganztagsschulen, um allen Kindern die gleichen Chancen auf Bildungsteilhabe zu ermöglichen“.
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